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Naturerlebniswoche 2014

Frühaufsteher hatten am Sonntag 05. Mai 2014 die Eintrittskarte für ein „Live-Konzert in voller Orchesterbesetzung“ - alle Vögel sind schon da!

Pünktlich um 05:00 haben es 30 Erwachsene und 3 Kinder geschafft an der diesjährigen Frühlingswanderung des Zweckverbandes RIO, Regionaler Industriepark Osterburken mit dem Skulpturenradweg teilzunehmen.

Marlies Ebel-Walz, Wirtschaftsförderin des Zweckverbandes RIO, begrüßte die Teilnehmer zur inzwischen 5.ten Runde des landesweiten Umwelttages. Aus fast allen RIO Kommunen waren interessierte Bürger gekommen um zusammen mit Revierförster Dietmar Heid die frühen Morgenstunden zu genießen.

Im noch düsteren Waldstück Eber angekommen erläuterte Dietmar Heid die ersten Vogelstimmen. Zum Sonnenaufgang lässt sich der Gesang am besten genießen.
Einige der Vogelstimmen waren den Teilnehmern bekannt, so ist die lautstarke Amsel gut zu erkennen; der Rabe mit seinem krächzen; sowie der Zaunkönig welcher seine Melodien zwitscherte. Unter anderen bereicherten die Singdrossel, die Mönchsgrasmücke und die Goldammer das Frühlingskonzert. Das Gehör der Teilnehmer sensibilisierte sich. Und bis zum Ende der Runde hatten alle ein wundersames Live-Konzert mit vielen unterschiedlichen Vogelstimmen am frühen Morgen gehört.

Während des Spazierganges informierte Dietmar Heid über fehlende Lerchenfenster. Durch die Nutzung jeden Feldweges zwischen den großen Feldern, fällt ein großer Teil des Lebensraumes für Bodenbrüter weg. Der Kiebitz gehört neben der Lerche zu den Bodenbrütern.
Die restlichen Singvögel sind Nest- und Baumbrüter. Die Meise z.B. benötigt fremde Hilfe, um in einem hohlen Baum brüten zu können, auch ein Nistkasten kann ihr dabei helfen.
Apropos Nistkästen: diese werden gerne vom Siebenschläfer besetzt. Welcher dann nicht nur eine Übernachtungsmöglichkeit für die 7monatige Schlafphase hat, sondern, durch die Eier der Singvögel gleichzeitig Vollpension genießt. Hier kommen allerdings Marder und Greifvögel wie Habicht und Falke ins Spiel diese sorgen dann wieder für das natürliche Gleichgewicht.

Das besuchte Waldstück „Eber“ wurde nach dem zweiten Weltkrieg naturverjüngt und es ist ein gesunder und wunderbarer Mischwald entstanden. Mit großer Sorgfalt und viel Erfahrung wird der Wald gepflegt. Die teilnehmenden Kinder haben errechnet, das auf einer Fläche von 10x10 Metern circa 10.000 kleine Bäumchen wachsen. Auf dieser Größe sollte am Ende eines Baumlebens noch genau ein Baum stehen.

Wie schön ein Wald bei der Holzernte auch ohne Signalfarben wirken kann, hat Herr Heid eindrucksvoll gezeigt. Kaum sichtbare Markierungen, so zeigt sich der Wald in seinem schönsten Kleid in den Farben des Frühlingswaldes.

Der Wald ein riesengroßes Erlebnis- und Wissenszentrum:

Viele tausende Ameisen besuchten die Teilnehmer an einem 80 cm hohen Ameisenhügel, welchen die Waldameisen, innerhalb von 10 Tagen wie eine Klimaanlage umbauen.
Wie sich Ameisengift anfühlt wissen fast alle, an diesem Morgen erfuhren die Teilnehmer wie Ameisensäure riecht.

Wie alt kann eine Zecke ohne Nahrung werden? (8,18 oder 28 Jahre)?
Wo leben nun die Zecken? Auf Bäumen oder warten sie im Gras auf ihre Opfer?
Wie entfernt man eine Zecke?

Am Waldesrand, der aufgehenden Sonne Richtung RIO (Industriegebiet) entgegen
schauend zeigten sich Feldlerche und Goldammer. Auch eine männliche Amsel zeigte ihren Tanz.

Dietmar Heid berichtete über wissenschaftliche Erkenntnisse des Eschenpilzes, welcher für das Esche-Sterben in den nächsten Jahren verantwortlich ist. Man hofft, dass 10 Prozent der Bestände erhalten bleiben.

Damit wir im Winter nicht frieren müssen erörterte Dietmar Heid das richtige einschlagen des Holzes, welches am Wegesrand zur Trocknung lagert. Oberstes Prinzip, das Wasser muss aus dem Holz. Dafür ist es wichtig, das Holz gut aufzuspalten. So kann es schon nach 2 Jahren Trocknungszeit mit einem hohen Brennwert verheizt werden. Wenn das Holz nicht ordentlich getrocknet ist, qualmt es am Kamin, da das Wasser im Holz zuvor verbrennt/verdampft. Heißt richtige Holzbearbeitung und Lagerung spart Energie und Kosten.

Viele Fragen wurden beantwortet, unter anderem: “Ist der Wolf schon da?“
In 5 bis 10 Jahren kann auch der Wolf wieder bei uns heimisch werden. Es wird sich zeigen, wie tolerant die Bevölkerung bei den ersten klingenden Heultönen im Bauland mit dieser Situation umgeht.

Nach über 2,5 Stunden, inzwischen durch die kühlen Temperaturen frierend, jedoch mit sehr viel Wissen, vielen Eindrücken, und einem guten Gefühl den neuen Tag aktiv begrüßt zu haben. Ein tolles Erlebnis!