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Der Natur auf der Spur 2012

Adelsheim-Sennfeld

Radler-Treff & Wanderung im Fischbachtal

Pünktlich zum Start der Wanderung im Fischbachtal um 14:00 h waren nicht nur über 40 Teilnehmer sondern auch die Sonne erschienen, so dass einer spannenden und informativen Wanderung im wunderbar idyllisch gelegenen Fischbachtal nichts im Wege stand. Sprichwörtlich ins Wasser fiel dagegen leider der Radler-Treff auf dem Skulpturenradweg.

Adelsheims Bürgermeister Klaus Gramlich, begrüßte die Gäste und stellte die Grundidee der Naturschutzwoche vor. Landesweit finden in der ersten Maiwoche über 260 Veranstaltungen zum Thema Naturerlebnisse statt. Der Skulpturenradweg im Bauland, das gemeinsame Projekt der Städte und Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach ist seit drei Jahren mit dabei.

Naturerlebnisführer und Referent Siegmar Schneider erläuterte anhand eines Schaubildes den geschichtlichen Abriss der Wiesenbewässerung im Fischbachtal.

Über 161 unterschiedlich große Wiesen, die von 62 Besitzern zur Gras- und Heuwirtschaft genutzt wurden, gab es noch im Jahre 1896. Da es immer wieder ungeregelte Wassernutzungen gab, wurde noch anfangs des 20. Jahrhunderts (1912) eine verbindliche Wasserordnung vorgeschrieben.

Talaufwärts wurden die Reste der Wehre für die Stauung am Bach besichtigt, Begrifflichkeiten wie Schütz und Schlund erklärt und die Arbeit der Grabenknechte vorgestellt. Wassermeister und Wasserknechte bestimmten früher den Wasserzulauf durch die Schlitzgräben in die Grundstücke. Wenn keine Aufsicht da war, kam es auch vor, dass “dem Anderen das Wasser abgegraben wurde“, obwohl dies streng verboten war.

Zu Eduard Mörikes Erzählung „Historie von der schönen Lau“ konnte die wunderbare Blau-Färbung des Fischbaches bewundert werden. Dabei wurden von Siegmar Schneider auch die Geheimnisse solcher Gumpen und der darunter liegenden Höhlen erläutert.

Der Naturerlebnisführer blieb auch keine Antwort schuldig, was die Geschichte des Geißenpeters anging.

Professionell wurde die Tiefe einzelner Gumpen und die durchschnittliche Wassermenge von am Sonntag, ca. 4 Ltr./sec., ermittelt (früher ca 40 Ltr. / sec.)

Ganz nebenbei erhielten die Wanderer die Entstehung der Tuffriegel als chemischen Prozess der Kalklösung durch kohlensäurehaltiges Regenwasser und der Kalkabscheidung danach im Bach erläutert. Diese gewachsenen Riegel sind die Ursache für kleine Wasserfälle und tiefe Gumpen dahinter.

Nach der zweistündigen Wanderung erwartete der Historische Arbeitskreis des Heimatvereins Sennfeld mit einem Vesper und Getränken die zahlreichen Teilnehmer der Wandergruppe.

 

Der Zweckverband RIO sagt herzlichen Dank:

  • dem Naturerlebnisführer und Experten Herrn Siegmar Schneider  - klar mit der Ansage:
         „nur was man kennt kann man schützen;
         dieser Nachmittag war ein ganz klarer Beitrag gegen die Wissenserosion.“
  • dem historischen Arbeitskreis des Heimatvereins Sennfeld für die Bewirtung

  • allen Gästen die sich in die wunderbare Welt des Fischbachtales entführen ließen.

Bilder zur Wanderung

Quelle: Zweckverband RIO