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RNZ Bericht 02.01.2018

Osterburken/Buchen: Bauländer Skulpturen-Radweg wird erweitert

Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken startet Kunst-Wettbewerb - Stadt Buchen in Projekt einbezogen

RNZonline 02.01.2017, 06:00 Uhr

Eine Erweiterung und Aufwertung erfahren soll der Bauländer Skulpturen-Radweg, der touristische Ziele der Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach verbindet und auf einer Länge von 77 Kilometern 18 Kunstwerke - unser Bild zeigt das Objekt "Manta" bei Bronnacker - in der Landschaft präsentiert. In den nächsten Jahren sollen weitere hinzukommen. Dazu wurde jetzt ein Kunst-Wettbewerb gestartet. Foto: H. Frodl

Osterburken. (F) Der 77 Kilometer lange Bauländer Skulpturen-Radweg, der touristische Ziele der Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach verbindet und zugleich Kunst in der Landschaft buchstäblich "erfahrbar" macht, soll erweitert werden. Der Zweckverband Regionaler Industriepark Osterburken (RIO), der den Radweg betreut, plant für die nächsten fünf Jahren die Aufstellung von jährlich eins bis zu zwei weiteren Kunstwerken. Dazu wird jetzt ein Wettbewerb für Nachwuchskünstler ausgelobt. Zugleich wird die Stadt Buchen in das Projekt eingebunden.

In der jüngsten Verbandsversammlung des Zweckverbandes Regionaler Industriepark Osterburken, dem die Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach angehören, befassten sich die Mitglieder auch mit dem Skulpturen-Radweg, dessen zehnjähriges Bestehen im Jahr 2016 mit verschiedenen Veranstaltungen in den Mitgliedsgemeinden gefeiert wurde.

Verbandsvorsitzender Bürgermeister Jürgen Galm (Osterburken) erinnerte eingangs daran, dass in einer Sitzung im November 2015 einstimmig beschlossen wurde, in den Haushaltsplänen der nächsten fünf Jahren jeweils 20.000 Euro einzustellen, um den Skulpturen-Radweg mit jährlich einem oder zwei neuen Werken zu bereichern.

Verbandsvorsitzender Galm sowie Seckachs Altbürgermeister Ekkehard Brand, der der Motor bei der Schaffung des Kunst-Radwegs war, waren vom Gremium beauftragt worden, Gespräche mit der Stadt Buchen wegen einer Einbeziehung in das Projekt und die Vermarktung des Radwegs zu führen.

Nachdem der Buchener Gemeinderat inzwischen die Mitwirkung am Projekt beschlossen hat, berichtete Ekkehard Brand in der jüngsten Versammlung des Zweckverbandes RIO über die erfolgten Gespräche. Durch die Beteiligung der Stadt Buchen verspreche man sich, so Brand, eine bessere Vermarktung des Radwegs.

Für dessen Erweiterung wird nun ein Kunst-Wettbewerb für Nachwuchskünstler bzw. ehemalige Absolventen der Kunstakademien Karlsruhe und Stuttgart ausgelobt. Von jeder Kunstakademie sollten bis zu zehn Personen nach intern festzulegenden Kriterien für den Wettbewerb vorgeschlagen werden. Eine Fachjury, der Verbandsvorsitzender Jürgen Galm (Osterburken), Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Roland Burger (Buchen), Bürgermeister a.D. Eckkehard Brand (Seckach) sowie weiteren Persönlichkeiten angehören sollen, soll gebildet werden.

Für den Wettbewerb und die Erweiterung des Radwegs ist ein straffer Zeitplan vorgesehen. Die Teilnehmervorschläge der Kunstakademien werden bis Mitte Februar 2017 erwartet. Die Künstler können ihre Entwürfe bis zum 1. Juli abgeben. Mitte Juli soll die Jury die vorgelegten Modelle bewerten. Anschließend werden die Modelle der Kunstwerke in einer öffentlichen Ausstellung präsentiert.

Die Aufstellung der neuen Werke am Radweg soll dem Zeitplan zufolge ab April 2018 erfolgen.

In der Verbandsversammlung wurden nun verschiedene Punkte im Hinblick auf das Vorhaben diskutiert. So wurde angeregt, eine Förderung des Projekts aus Mitteln des Leader-Programms zu prüfen, es ging unter anderem um die Honorarzahlung an die Künstler und um die bessere touristische Vermarktung des Radwegs. Begleitende Radtouren sollen, wie betont wurde, auch künftig angeboten werden.

Die Verbandsvertreter waren sich mit Blick auf frühere kontroverse Debatten über das Radweg-Projekt in den Mitgliedsgemeinden darüber einig, die in den den jetzigen Diskussionen in den Kommunen insbesondere Verbesserungen herausgestellt werden müssten. Es gelte, die jeweiligen Gemeinderäte über das Projekt zu informieren.

Begonnen hatte das vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union unterstützte Radweg-Projekt mit einem Skulpturenwettbewerb in den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Karlsruhe und Stuttgart und Burg Giebichenstein/Hochschule für Kunst und Design Halle. Jeweils etwa 15 Kunststudenten, betreut von Prof. Harald Klingelhöller (Karlsruhe), Prof. Werner Pokorny (Stuttgart) und Prof. Andrea Zaumseil (Halle), waren dann im Juli 2004 im Bauland, um sich vor Ort über die Radwegstrecke, die landschaftlichen Gegebenheiten und die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten zu informieren.

Die Kunststudenten reichten Ende Februar 2005 ihre Skulpturen-Modelle ein. Aus den Werken der jungen Künstler wählte eine Fachjury schließlich 18 Arbeiten aus, die nun seit über zehn Jahren entlang des rund 77 Kilometer langen Radwegs in reizvoller Landschaft stehen - humorvolle wie irritierende, provokative wie originelle Kunstwerke, die zu denen sich nun alsbald weitere gesellen sollen.