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Eine besondere Akzentuierung und Rhythmisierung erhält der Skulpturenradweg durch Bronzeriegel, die in regelmäßigen Abständen quer in den Boden eingelassen sind.

Kestutis Svirnelis setzt sich mit der Bedeutung von Maßsystemen als Grundlage unseres alltäglichen Lebens auseinander. Nahezu alles in unserem Umfeld ist vermessen, markiert und nummeriert. Auch Wegstrecken und Landschaftsräume strukturieren sich in mathematischer Konsequenz nach Metern und Kilometern.

Der Radfahrer kann den Anfangspunkt seines Weges frei wählen, jeder Bronzestreifen ist individuelle Start- und Ziellinie und gibt Aufschluss über die bereits zurückgelegte Strecke. Die Zeit jedoch als Maßeinheit für die zurückgelegte Distanz im Raum, erfährt bei diesem Werk eine kritische Betrachtung.

Der Künstler fixiert einen einmaligen Zustand der Straße durch einen Abdruck des Bodens, der als Bronzeguss exakt an jener Stelle wieder dem Boden zurückgeführt wird. Mit dem Bronzeguss erstarrt die Straße mit all ihren Fundstücken, die sich auf dem Boden entdecken lassen. Mal sind es Steine und Erdreste, mal die Früchte von Ahornbäumen oder gar ein totes Insekt.

Die augenscheinlichen Bodenmarkierungen werden zu einem Sammelsurium von objets trouvés, die wie versteinerte Fossilien erstarren. Jeder Abdruck führt einen anderen Zustand des Weges vor Augen und hält die Zeit fest.

Das Werk versteht sich nicht nur als Wegbeschreibung in Form einer Vermessung und Markierung, sondern dokumentiert mit seinen plastischen Schnappschüssen ein bestimmtes Moment an einem bestimmten Ort. Der Weg selbst, der durch den Bronzeguss eine Komponente von Wert und Kostbarkeit erhält, wird zum Ziel.


Material

Bronze,  B 1,25 m


Künstlerischer Werdegang

Jahrgang 1976

1997-2002 studiert Kestutis Svirnelis Bildhauerei an der Kunstakademie Vilnius/Litauen.
2002 wechselt er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.


Standorte

alle 2 km auf der Radwegstrecke im Ziel-2-Fördergebiet

www.kultas.lt