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04 Paar im Park

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Das Werk von Jan Löchte hat erst auf den zweiten Blick etwas erfrischend Leichtes und Humorvolles.

Der Radwanderer wird sich zunächst wundern, mitten im Stadtpark von Adelsheim zwei zweckentfremdeten, zueinander angeordneten Straßenlaternen zu begegnen.

Das Amüsante dieser Installation besteht darin, dass die beiden Laternen in fünf Metern Höhe durch Lichtzeichen in Kommunikation miteinander treten. Besonders bei Dämmerung wird man sich darüber amüsieren können, wie die beiden Lampen wortlos miteinander flirten. Es handelt sich nämlich um einen prozessorgesteuerten, in Morsesprache übersetzten Dialog aus dem  Liebesdrama  „Romeo und Julia“ von William Shakespeare.

Die „weibliche“ Laterne, Julia, hat bei der übersetzten Szene sehr viel mehr zu sagen als Romeo – so zumindest der Anschein durch die Vielzahl der Lichtsignale. „Die Zukunft der Laternen“, äußert sich der Künstler zu seiner Skulptur, „sieht natürlich düster aus: Sie können sich nicht zueinander bewegen, ein Kuss wird nie möglich sein, es bleibt bei der ständigen Wiederholung der gegenseitigen Zuneigung.“

Die Skulptur kann als ironischer Hinweis darauf verstanden werden, dass Kommunikation mitunter der Erklärung bedarf. Dem Betrachter jedenfalls erschließt sich diese Art des Gesprächs nicht von selbst. Es handelt sich um eine Codierung von Sprache, die nicht jeder zu entschlüsseln vermag.


Material

Zwei Straßenlaternen, Elektronische Steuerung,
H 5 m


Künstlerischer Werdegang

Jahrgang 1977

1997 hospitiert Jan Löchte zunächst im Bereich Bühnenbild am Staatstheater Stuttgart. In seiner Ausbildung und der Tätigkeit als Metallbauer 1998-2001 konzentriert er sich auf die Fachrichtung Metallgestaltung.
2001 beginnt er das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny, Anna Tretter, Prof. Udo Koch und Alexandra Ranner.
Ein Auslandssemester führt ihn 2004/2005 nach Vil-nius/Litauen zu Prof. Mindaugas Navakas.


Standort

Stadtgarten Adelsheim